Informatives

 

Richtig lüften, aber wie?

Warum muss gelüftet werden?

Ob und wie wir lüften hat einen entscheidenden Einfluss auf unser gesundheitliches Befinden in unserer Wohnung. In einer Wohnung fallen durch die Nutzung verschiedene Stoffe an, die unser Wohlbefinden und manchmal auch die Gesundheit beeinträchtigen. Hierzu gehören Kohlendioxid, das wie ausatmen, Wasserdampf, der durch Duschen, Kochen, die Atmung u. a. entsteht, Staubpartikel oder Gerüche. Diese Stoffe müssen durch Lüften aus der Wohnung entfernt werden.

Was sind die Folgen falschen Lüftens?
Zuwenig zu lüften z. B. um im Winter Heizkosten zu sparen, hat zur Folge, dass Wasserdampf, Schadstoffe, Geruchstoffe etc. nicht hinreichend entfernt werden, und dass zuwenig Sauerstoff in die Wohnung gelangt. Der normale Sauerstoffgehalt in der Außenluft beträgt ca. 21 %. Schon eine Abnahme der Konzentration auf 20 % kann zu Müdigkeit oder Kopfschmerzen führen. Zugleich führt der Aufenthalt von Personen in einem Raum recht schnell zu einem Anstieg der CO2-Konzentration. Bereits ab 0,07 % kommt es zu Leistungsminderung, Kopfschmerzen etc. (ein Umstand, der besonders in Schulklassen, Büroräumen u. ä. zu bedenken ist!). Zuviel zu lüften bewirkt in der kalten Jahreszeit unnötig hohe Heizkosten und die Gefahr der Tauwasserbildung an ausgekühlten Oberflächen (z. B. am Fenstersturz). Tauwasser wiederum zieht oft Schimmelpilzwachstum nach sich.
Warum wird richtiges Lüften immer wichtiger?
Früher war ein aktives Lüften nicht so notwendig wie heute:
Die Gebäude waren nicht so luftdicht, wodurch ständig ein unkontrollierter Luftaustausch stattfand (sogen. Fugenlüftun
Es wurden mehr Baustoffe eingesetzt, die Wasserdampf passieren lassen (sogen. diffusionsoffene Baustoffe) oder die Wasserdampf in unschädlicher Form aufnehmen können, wie Lehm, Kalkputz oder Holz.
Die einfach verglasten Fenster waren in aller Regel der kälteste Punkt im Raum, an dem sich das Tauwasser ohne Gefahr des Schimmelpilzwachstums niederschlagen konnte. Darüber hinaus schlossen diese Fenster nicht so dicht, wie die modernen Isolierglasscheiben.
Viele der alten Fenster ließen sich nach außen öffnen, die heutigen Fenster sind meistens nur nach innen zu öffnen und werden (um nicht jedes Mal die Fensterbank leer räumen zu müssen), oft „auf kipp“ gestellt, was für eine ausreichende Lüftung nicht genügt.
Der Wasserverbrauch, und damit auch der Wasserdampfanfall durch Duschen, Wäsche waschen etc. ist in den letzten 40 Jahren gestiegen.
Viele moderne Produkte, wie Spanplatten, Möbel, Teppiche etc. können Stoffe enthalten, die allmählich ausgasen und durch ausreichendes Lüften entfernt werden müssen.
Wie wird richtig gelüftet?

Prinzipiell gibt es verschiedene Methoden der Fensterlüftung:Lüftungsart Dauer
Querlüftung:
Fenster ganz offen, gegenüberliegende Tür ganz offen 1 – 5 min
Fenster auf „kipp“, gegenüberliegende Tür ganz offen 15 – 30 min
Stosslüftung
(Fenster ganz offen) und Tür geschlossen 5 – 10 min
Fenster halb offen 10 – 15 min
Fenster gekippt („Spaltlüftung“) 30 – 60 min

Wie richtig gelüftet wird, ist vor allem in der kalten Jahreszeit (ca. Oktober bis April) von Bedeutung. Wie man oben stehender Tabelle entnehmen kann, ist die Querlüftung am effektivsten. Der Luftaustausch findet rasch statt, ohne dass die Räume auskühlen. Das spart Heizkosten und verringert die Gefahr der Tauwasserbildung. Das oft praktizierte Lüften mit dem Fenster auf Kippstellung bringt bei kurzer Dauer keinen ausreichenden Luftaustausch, bei längerer Dauer die schon erwähnte Auskühlung mit der Gefahr der Tauwasserbildung.

Gerade im Winter kann die Luftfeuchtigkeit besonders effizient hinausgelüftet werden, da kalte Luft trockene Luft ist. Beim Lüften wird dann die warme, feuchte Raumluft durch die trockene Außenluft ersetzt. Wenn diese Luft sich erwärmt, steigt ihr Vermögen Wasserdampf aufzunehmen und beim nächsten Lüftungsvorgang wird dann auch dieser Wasserdampf entfernt, so dass sukzessive die in den Räumen produzierte Feuchtigkeit entfernt wird. In der warmen Jahreszeit ist die „Kipp-Lüftung“ wegen der höheren Außentemperaturen nicht so nachteilig, da die Räume in der Regel nicht bis zum Erreichen des Taupunkts (s. Anmerkung unten) auskühlen können.

Dort, wo häufiger und geballter Wasserdampf anfällt - hauptsächlich in Bad und Küche - sollten, sofern keine Abluftanlagen vorhanden sind, die Fenster beim Duschen bzw. Kochen offen sein. Das Schlafzimmer wird gern wenig beheizt, da viele Menschen (auch ich) bei niedrigen Temperaturen besser schlafen können. Gleichzeitig wird dieser Raum häufig den ganzen Tag mit Fenster in Kippstellung gelüftet. Dabei ist zu bedenken, dass ein Mensch mit seinem Atem pro Nacht durchaus ca. 1 l Wasser an die Raumluft abgibt. Unter den genannten Umständen kann es leicht geschehen, dass dieses Wasser sich als Tauwasser niederschlägt und dass dadurch Schimmelpilze entstehen.

Einen weiteren Sonderfall stellt der Keller dar. Dieser Raum ist im Sommer kühler als die Außenluft. Wie schon erwähnt, kann Luft umso mehr Wasserdampf tragen, je wärmer sie ist. Wenn nun der Keller im Sommer tagsüber gelüftet wird, strömt warme feuchte Luft hinein, wobei sich an den kalten Kellerwänden Tauwasser bilden kann. Besser ist es, den Keller im Sommer in den kühleren Abend- oder Morgenstunden zu lüften.

Wie kann ich beurteilen, ob ich richtig lüfte?
Wir Menschen haben keine Sinnesorgane, die uns die relative Luftfeuchtigkeit oder die Lufttemperatur genau mitteilen können. Es ist daher schwierig, die Lüftung ohne größeren apparativen Aufwand präzise zu handhaben. In jedem Fall sollte spätestens dann gelüftet werden, wenn sich an den Scheiben Tauwasser bildet (da die heutigen Isolierglasscheiben oft nicht die kältesten Stellen im Raum sind, ist dies ein nur bedingt verlässliches Mittel!). Der Handel bietet für erschwingliches Geld Hygrometer für die Messung der relativen Luftfeuchte an. Es gibt mechanische und elektronische Geräte, wobei die mechanischen i. d. R. etwas billiger, die elektronischen i. d. R. etwas genauer, aber auch teurer sind. Diese Geräte lassen sich auch mit Thermometern kombinieren. Die relative Luftfeuchte sollte sich bei 20 °C zwischen 40 und 60 % bewegen
Anm. zum Begriff „relative Luftfeuchtigkeit“
Der Begriff sagt aus, wie hoch der Wasserdampfgehalt der Luft im Verhältnis zu dem, den die Luft bei einer bestimmten Temperatur tragen kann (z. B. 60 % rel. Luftfeuchte bei 20 °C heißt, dass die Luft 10,6 g Dampf enthält, 100 % bei 20 °C wären dann 17,5 g). Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luftfeuchtigkeit 100 % beträgt; kühlt sie noch weiter ab, so fällt ein Teil des Wasserdampfs als Tauwasser aus.

 

hier nachzulesen:

http://www.bwe-nord.de/index.php/bauphysik/richtig-lueften 

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